News

29.10.2015

Innovationen kreieren und patentrechtlich schützen

Produkte zu entwickeln, die patentrechtlich schützbar sind und die dadurch einen überdurchschnittlichen Ertrag versprechen, ist nicht eine Sache des Glücks. Vielmehr gilt es, bei der Entwicklungsarbeit das richtige System anzuwenden. Worauf kommt es dabei an? Wie kann ein KMU mit seinen begrenzten Ressourcen zum Erfolg kommen?

Mit seinem Buch "Innovationen kreieren und patentrechtlich schützen" gibt Dr. Claudius Dietzsch den Entwicklungsverantwortlichen im KMU einen gut lesbaren und übersichtlich dargestellten praktischen Leitfaden in die Hand.

Im Zentrum stehen das Management von Entwicklungsprojekten und die Verzahnung mit Patentrecherchen und –anmeldungen.

So befasst sich ein Kapitel mit einer konkreten, praxisnahen Konstruktionsmethodik: Wie kommt man von der Anforderungsliste über die Funktionsstruktur zum Konzept und zum Vorentwurf des neuen Produkts? Wie bewertet man die Entwicklungsergebnisse und arbeitet sie unter Verwendung des Quality Function Deployment (QFD) zum Prototyp aus?

Aus mehreren Blickwinkeln wird auch das Patent betrachtet. Was kann es leisten? Ab welchem Zeitpunkt im Entwicklungsprozess sind Patentrecherchen einzusetzen? Welchen Zweck und welchen Nutzen haben sie? Welche Bedeutung haben Patente für den Technologie-Transfer? Besonders nützlich für das Formulieren starker Patente ist der morphologische Kasten. Er öffnet den Blick vom konkreten Prototyp zum generalisierten Schutz des dahinter stehenden geistigen Eigentums.

Hilfestellung gibt das Buch auch demjenigen, der noch keine oder wenig Erfahrung mit Patentschriften hat. Wie ist eine Patentschrift aufgebaut? Was ist die Bedeutung der verschiedenen Teile? Worauf ist zu achten, wenn man wissen will, was genau mit der Patentschrift geschützt ist?

Bei Unternehmen mit kontinuierlicher Entwicklungstätigkeit und positiver Patentstrategie baut sich mit der Zeit ein ganzes Patentportfolio auf. Dieses aufrecht zu erhalten kann beträchtliche Mittel in Anspruch nehmen. Dr. Claudius Dietzsch befasst sich in seinem Buch auch mit Fragen der Bewertung eines Patents bzw. eines Patentportfolios. Wer diese Arbeit gewissenhaft macht, weiss, welche Patente wertvoll sind und welche im Lauf der Zeit an Wert verloren haben und deshalb aufgegeben oder vielleicht sogar veräussert werden können.

Hat ein Unternehmen ein gewisses Patentportfolio, macht es Sinn, eine Stabsstelle für Patente aufzusetzen. Deren Aufgabe kann es z.B. sein, die Entwicklungsingenieure zu unterstützen, wenn es darum geht, den Stand der Technik zu Beginn eines Projekts zu ermitteln, gefährliche Drittpatente zu erkennen, schützenswerte Ideen zu identifizieren, Patentanmeldungen vorzubereiten und die Schnittstelle zum Patentanwalt zu bilden.

Insgesamt ist das Buch sehr ansprechend gestaltet. Es liest sich gut und konzentriert sich auf das Wesentliche. Auch KMUs mit Patenterfahrung werden aus dem Buch Neues lernen und ihre Prozesse verbessern können.